Durch die Absagen der Wettkämpfe ist auch meine ganze Ferienplanung über den Haufen geschmissen worden, was schlussendlich nun dazu geführt hat, dass ich noch 2 Urlaubstage vom Jahr 2019 bis Ende Juni nehmen musste. Da bot sich Pfingsten für mich super an, um eine ganze Woche frei zu haben.
Nachdem schon an Auffahrt massenhaft Leute in Flims unterwegs waren und man sich fragen musste, ob es Corona mit all seinen Massnahmen wirklich gibt, hat es das lange Pfingstwochenende doch nochmal um Längen geschlagen. Den Versuch am Sonntag eine Runde im Flimser Wald joggen zu gehen, habe ich ziemlich schnell begraben und bin im "Stop and go-Modus" wieder zurück nach Hause gelaufen: Scharen an Menschen und kein Durchkommen auf den Wegen und die Hinterlassenschaften an Müll in der Natur waren einfach unglaublich! Am Pfingstmontag wollte ich dann mit dem Rennrad von Ilanz über den Oberalppass nach Andermatt, hab mich aber in Disentis entschieden auf den Lukmanierpass zu fahren, weil ich dachte, dass es dort vielleicht etwas weniger Verkehr hat. Kann schon sein, dass es dann auch 2 oder 3 Motorräder weniger waren, die mich rasend überholt haben aber alles in allem war es keine sehr schöne und entspannte Fahrt mit dem ganzen Verkehr und den Baustellen und meine schweren Beine taten ein Übriges dazu.
2 Tage später dafür das pure Gegenteil im Weisstannental zur Alp Walabütz: 2 Motorradfahrer, vereinzelt mal ein Auto, 5 E-Biker und ein paar Wanderer - das war`s.
Noch friedlicher war es dann am Freitag. Da die Meteorologen von Regen und Schneefallgrenze unter 2000 Meter gesprochen haben, bin ich ins Tessin geflüchtet. Geplant war eigentlich eine Velo-Tour von Tenero über den Monte Ceneri nach Ponte Tresa zum Mittagessen am Luganer See und von dort nach Luino am Lago Maggiore entlang wieder zurück nach Tenero. Da mittlerweile die italienischen Grenzen wieder geöffnet waren, die Einreise in die Schweiz aber nach wie ohne triftigen Grund schwierig war, hab ich mich dann bei meiner Ankunft in Tenero spontan dazu entschlossen ins Maggiatal zu fahren. Ich hatte vor längerer Zeit mal von einer Tour nach Bosco Gurin gelesen, welche sehr schön sein soll, hatte aber absolut keine Erinnerung mehr daran, wieviele Kilometer oder Höhenmeter das waren. Also bin ich einfach mal losgefahren und hab mich überraschen lassen. Die erste Überraschung war, dass es schon mal 30 Kilometer von Tenero bis nach Cevio waren, wo ein Schild verraten hat, dass ich links abbiegen muss und es bis nach Bosco Gurin nochmal 16 Kilometer sind. Auf der anfangs stetig ansteigenden Strasse mit Haarnadelkurven und Rampen wie bei einer Passfahrt, war so gut wie kein Verkehr und ich hatte Zeit die Natur und die Ruhe zu geniessen. Dann kam die zweite Überraschung: je näher ich meinem Ziel kam, desto steiler wurde die Strasse und die letzten 4 Kilometer habe ich mich wirklich nur noch Meter für Meter hoch gequält. Oben angekommen, hat es sich aber gelohnt und die dritte Überraschung war ein hübsches und idyllisches Bergdorf auf 1506 Metern - das höchstgelegene Dorf im Tessin. Nach einem kleinen Rundgang und kurzer Pause ging es wieder zurück nach Tenero, wo es zur Belohnung ein leckeres Eis bei meiner Lieblings-Gelateria gab. Anschliessend habe ich dann noch meine Openwater-Saison im 20 Grad warmen Lago Maggiore eingeläutet und den perfekten Tessin-Tag mit einer Pizza am See ausklingen lassen.












Kommentar schreiben