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Endlich FERIEN - Österreich ich komme!
Ich kann mich nicht erinnern, wieviel Jahre es her ist, dass ich das letzte Mal 2 Wochen so richtig Ferien gemacht habe, welche ich an einem Stück ohne zu arbeiten und an einem anderen Ort verbracht habe - lang lang ist es her... So ging es also für 14 Tage an Thiersee oberhalb von Kufstein und im Rosenhof am See hab ich mich in meinem kleinen Appartment "Silberdistel" sofort wieder wohl gefühlt.
Endlich hatte ich mal genug Zeit und Ruhe die Seele und Beine baumeln zu lassen.

Natürlich wollte ich diese schöne Region auch noch besser kennenlernen. Und da es auch in den Ferien nicht ganz ohne Training geht, wurde das Sight-Seeing einfach in das Training integriert. Am Ende mit folgenden schönen Rad-/Wander-/Schwimm-/Lauf-/Kulinarik-Erlebnissen:

 

Sudelfeld Radtour:

Von der Haustüre aus ging es über das Schmiedtal bis nach Landl durch das Thierseetal und von dort über die "grüne Grenze" nach Deutschland weiter bis nach Bayrischzell, von wo man einen herrlichen Blick auf das Wendelsteinmassiv hat. Für mich ging es rechts hoch zur Passhöhe Sudelfeld und dort wieder hinab nach Tatzelwurm, Hummelei, Oberaudorf und Kiefersfelden. Danach wurden die letzten Kilometer und Höhenmeter wieder auf österreichischem Boden zurück gelegt - von Kufstein ging es hinauf zurück zum Thiersee.

 

Thiersee Triathlon:

Da ich ja nun schon mal am Thiersee war, konnte ich quasi im "vorbei gehen" auch gleich noch am Triathlon auf der olympischen Distanz teilnehmen - wobei "vorbei gehen" es ganz gut trifft, da ich auf den 4 Runden um den See mal wieder mehr gehend als laufend unterwegs war. Irgendwie hatte ich ein déjà-vu-Erlebnis zum Triathlon in Kaltern 2021... Janu, als Trainingswettkampf abhaken und nach vorne schauen!

 

Ackernalm Radtour:

Wie schon bei der Sudelfeld-Radtour fuhr ich wieder durch das Thierseetal bis nach Landl. Nach vielleicht 500 Metern verweist dann ein Schild auf die 6km entfernte Ackernalm. Dass auf diesen 6 Kilometern allerdings auch 600 Höhenmeter zu bezwingen sind steht nirgends (ausser im Internet). 
Erstmal oben angekommen wird man allerdings mit einem wunderbaren Blick ins Kaisergebirge belohnt. Ausserdem befindet sich hier oben auf 1350m ü. M. die höchstgelegene Bio Almkäserei Tirols und im Berggasthof kann man es sich mit regionalen Produkten von der Alm gut gehen lassen. 

 

Kaiserklamm Radtour:

Für diese Tour ging es erstmal von Thiersee runter nach Kufstein und von dort alles dem Inntal-Radweg entlang Richtung Innsbruck. Nach 30 Kilometern erreicht man dann Rattenberg (kleinste Stadt Österreichs) mit seiner Burgruine. Mein Weg führte allerdings davor über eine Brücke nach Kramsach, wo mich etwas später eine gut ausgebaute Strasse 550 Meter höher hinauf bis nach Brandenberg brachte. Die letzten 10km im Brandenberger Tal bis zur Kaiserklamm verliefen entspannt flach oder abwärts.

Die Kaiserklamm selber zeigte sich auf Grund des wenigen Wassers eher von ihrer ruhigen Seite. Auch ich lies es nach den 55 Radkilometern und dem kleinen Spaziergang von 2 km erstmal gemütlich angehen und machte im Kaiserhaus Mittagspause. Der Rückweg verlief auf der anderen Seite des Brandenberger Tals - noch einmal steile 15% hinauf bis nach Aschau und von dort auf einer schönen kurvenreichen Strasse hinab zurück nach Kramsach bzw. dann zurück nach Kufstein. Der kleine Abstecher in die Fussgängerzone Kufsteins war nach über 100km eher als Motivationsschub gedacht und das "Bananensplit" hat tatsächlich für die letzten 8km und 200Hm geholfen, um wieder heil im Rosenhof anzukommen.

 

Pendling Wanderung:

Da an diesem Tag die vorhergesagten Regenschauer bis zum Mittag ausblieben, hab ich mich kurzerhand entschlossen die Wanderung auf den Pendling zu machen und bin mit dem Auto bis zum Wanderparkplatz beim Gasthof Schneeberg gefahren. Zuerst ging es auf einem breiten Forstweg hoch bis ein kleinerer Weg links in Wald führte. Recht steil und steinig ging es die 600Hm hinauf bis zum Gipfelkreuz. Ein weitläufiger Panoramablick auf das Inntal und auf die Tiroler Berge entschädigte die einstündige Anstrengung. Aufgrund der unsicheren Wetterlage gab es keine "Jause" im Pendlinghaus sondern gleich den Abstieg auf dem breiten Forstweg über die Kala Alm zurück zum Auto.

 

Wendelstein Touristenprogramm:

Die 22 Kilometer nach Bayrischzell zur Talstation der Wendelstein-Seilbahn fuhr ich mit dem Rennrad und von da völlig relaxed mit der Gondel bis fast auf den Gipfel. Oben angekommen musste ich erstmal die Schuhe wechseln und eine Jacke anziehen - mit Radschuhen läuft es sich nicht so gut im Gebirge und auf 1838m ü. M. wehte ein frischer Wind.

Dann ging es zum wohl bekanntesten Wahrzeichen des Wendelsteins: das Wendelsteinkircherl (Deutschlands höchstgelegene Kirche). Auch ein unverwechselbares Erkennungszeichen des Wendelsteins ist der 60 Meter hohe rot-weisse Sendemast des Bayrischen Rundfunks und die unterhalb liegende Überwachungs- und Kontrollzentrale.

Im zickzack ging es einen Weg hoch zum Gipfel, wo das kuppelförmige Gebäude der Universitäts-Sternwarte steht. Trotz der Wolken auch hier ein phantastisches 360° Panorama. Dieses begleitete mich beim hinunter gehen auf dem Panoramaweg um den Wendelstein zum Ausgangspunkt der Bergstation. 

 

Kaisergebirge Wanderung:

Mit der Kufstein-Card (Gästekarte) kann man mit dem Kaiserlift von Kufstein aus bis aufs Brentenjoch (1256m ü. M.). Für mich ging es von dort weiter auf den Gamskogel (1449m ü. M.), ein kleines Massiv zwischen Wildem und Zahmen Kaiser. Eine wirklich sehr schöne Rundwanderung mit Blick auf die gewaltigen Bergketten, durch Wiesen, Wälder und Kuhweiden und vorbei an Almen und Hütten, welche zur Einkehr einluden. Auch ein kurzer Besuch auf der Alpaka-Alm beim Weinbergerhaus hat nicht gefehlt - allerdings mit sehr "selfiescheuen" Alpakas...

 

Schliersee Radtour:

Keine spektakulären oder nennenswerte Erlebnisse auf den 70km Landstrasse mit dem Triathlonrad:

Thiersee-Bayrischzell-Schliersee-Bayrischzell-Thiersee.

Einfach nur toll, wenn man sich im Urlaub so schnell und flexibel zwischen Tirol und Bayern aufhalten kann.

 

Kaiserwinkel-Walchsee Spassprogramm:

"Ein bisschen Spass muss sein - dann ist die Welt voll Sonnenschein"...lalalalala...

Mein Spassprogramm hab ich im Outlet in Ebbs begonnen und bin mit einem neuen T-Shirt aus dem Laden gekommen. Im Freizeitpark Zahmer Kaiser gab es zuerst eine Sessellift-Fahrt bis zur Mittelstation und dann eine 1 Kilometer lange Fahrt auf der Sommerrodelbahn - sollte man wirklich öfter machen. In Walchsee dann endlich den lang ersehnten Kaiserschmarrn - den musste ich mir allerdings mit mindestens 5 Wespen teilen, was nicht so viel Spass gemacht hat. Danach gings weiter zu einer halbstündigen Tretboot-Fahrt, wo ich die schönen Erinnerungen an die letztjährige Aquabike-EM noch einmal Revue passieren lies. Und zu guter Letzt noch ein Eis. 

 

Lauf- und Schwimm-Training:

Schwimmen: kamen schon ein paar Kilometer in den 14 Tagen zusammen.

Laufen, sagen wir mal so: jedes Paar Laufschuhe ist mindestens 2x um den See gerannt.

 

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Zell am See:

An Tag 15 erfolgte dann ein Ortswechsel nach Zell am See zum IRONMAN 70.3. Bevor ich aber dort das Hotelzimmer bezog, fuhr ich noch die Radstrecke mit dem Auto ab, um einen ungefähren Anhaltspunkt zu bekommen, was mich da am Sonntag auf den 90 Kilometern und knapp 900 Höhenmetern erwartet. Dem Check-In im Hotel folgte der Check-In bei der Registrierung, dann ein Mittagessen im Hotelrestaurant und anschliessend ein ca. 2 Kilometer langer Spaziergang am Zeller See entlang zum Schwimmstart zur Streckenbesichtigung. Bei den über 22 Grad warmen Wassertemperaturen bin ich die 1.9 Kilometer lange Schwimmstrecke ohne Neopren abgeschwommen. Wichtig war in dem Moment nicht die Zeit, sondern ausser den Bojen noch andere Anhaltspunkte am Ufer zu finden, an denen ich mich orientieren konnte, um auf der Ideallinie zu bleiben - weil wenn am Sonntag erstmal die "Waschmaschine" mit 2000 Athleten im Wasser angeschmissen ist, sieht das Ganze komplett anders aus und von den Bojen sieht man erstmal gar nichts mehr.

Wieder zurück im Hotel, hab ich versucht ein bisschen Ordnung in das kleine Zimmer mit dem vielen Gepäck zu bekommen und auch gleich noch das Rad und den Helm mit der Startnummer beklebt. Ansonsten hat sich nicht mehr viel ereignet und ich bin früh ins Bett.

Am nächsten Tag nach dem Frühstück hatte ich morgens genug Zeit noch die Ruhe am See ein bisschen zu geniessen und die Stimmung auf mich wirken zu lassen. Nach dem obligatorischen Wettkampf-Briefing ging es dann erst auf eine Schiffsrundfahrt auf dem Zeller See und danach auf einen Bummel durch die Stadt. Dem längeren Powernap (weinende Kinder in der Nacht im Hotelzimmer neben mir) folgte am späteren Nachmittag der Bike-Check-In in der Wechselzone beim Schwimmstart - also 2 Kilometer mit dem Rad zur Wechselzone rollen, einchecken und wieder 2 Kilometer zurück zum Hotel spazieren. Anschliessend was essen, dann Sachen für den Wettkampf am nächsten Tag parat machen, ins Bett gehen und darauf hoffen, dass die Kinder diese Nacht ruhig sind.

Nach einer einigermassen ruhigen Nacht, gab es das selbst zubereitete Frühstück an diesem Morgen um 7 Uhr im Zimmer - nur den Kaffee dazu hab ich mir am Frühstücksbuffet geholt. Da die Wechselzone erst um 9 Uhr öffnete, hatte ich nochmal Zeit in mich zu gehen und meine Kleiderwahl für die Radstrecke zu überdenken. Es regnete, die grauen Wolken hingen tief am Himmel und Erinnerungen an Ingolstadt kamen mir sofort wieder in den Sinn. Darum entschied ich mich, noch eine Weste und eine leichte Regen-/Wind-Jacke mit einzupacken und die Neopren-Überzieher für die Zehen auf die Radschuhe zu machen. Auf dem 20minütigen Weg zur Wechselzone wurde aber schnell klar, dass im Vergleich zu Ingolstadt fast kein Wind wehte und es mit ca. 20 Grad doch recht warm war. Nachdem der blaue und der rote Wechselbeutel mit allen Sachen wieder an ihren Plätzen in der Wechselzone hingen und auch das Triathlonrad mit Trinken und Essen versorgt war, ging es langsam zum Schwimmstart, wo es hiess: Neopren anziehen, Kleidersack abgeben, kurz einschwimmen, sich irgendwo in der Masse einreihen und auf den Startschuss warten. Um 11 Uhr wurden erst die Elite Herren und 5 Minuten später die Elite Frauen im Massenstart ins Wasser gelassen. Anschliessend hiess es ab 11:10 Rollingstart für die knapp 2000 Age-Grouper mit 19% Frauenanteil.

Das Schwimmen lief gefühlt nicht super aber ok - genauso der Wechsel und das Radfahren. Bei dem 14%-Anstieg auf den Filzensattel wäre ein kleiner Gang mehr schön gewesen und eine trockene Strasse bei der Abfahrt sicher auch. Aber bei einem Wettkampf ist man halt nicht bei "wünsch dir was" sondern bei "so ist es" - schliesslich geht es allen gleich. Schade war es einfach nur um das schöne Panorama und die tolle Gegend, welche an diesem Tag leider durch die tief hängenden Wolken verborgen blieben. 

Den Wechsel vom Rad zum Laufen hab ich eher gemütlich genommen und mich währenddessen noch mit einem anderen Athleten kurz unterhalten. Das Laufen selber hat dann mit leichten Unterleibsschmerzen nicht gut angefangen und irgendwie hab ich meinen Laufrhythmus absolut nicht gefunden. Bei jeder Verpflegungsstation hab ich angehalten und mich mit Cola und Wasser verpflegt. Ab Kilometer 8 waren dann die Schmerzen weg und ab Kilometer 10 lief es gefühlt immer besser und ich konnte doch noch mit einem Lächeln über die Ziellinie - darum die Bilder "Best Smile" auf der Seite "Best of...".

Die Nachbearbeitung dieser Mitteldistanz (wie es gefühlt lief und was schlussendlich wirklich auf der Uhr steht) hat für mich folgendes ergeben:

SWIM 00:36:06 -> wie gefühlt, Zeit nicht super aber ok -> mit AK-Rang 9 zufrieden

T1 00:05:00 -> wie gefühlt, Zeit nicht super aber ok -> Ablauf hätte ein bisschen effizienter sein können

BIKE 03:03:10 -> wie gefühlt, Zeit nicht super aber ok -> mit AK-Rang 7 zufrieden

T2 00:08:25 -> wie gefühlt, Zeit nicht gut -> waren wie so oft verschenkte Minuten dabei

RUN 02:19:47 -> wie gefühlt, Zeit nicht gut und weit entfernt von meinen favorisierten 2 Stunden -> 
                              mit AK-Rang 18 aber sehr zufrieden

 

FINISH 06:12:28 -> wie gefühlt, Zeit nicht super aber happy über das MD-Finish   

                                  Division-Rank 18 von 36 sehr zufrieden

                                  Gender-Rank 201 von 370 sehr zufrieden

                                  Overall-Rank 1357 von 1959 sehr zufrieden                    

Zusätzlich bin ich wieder um eine weitere Mitteldistanz-Erfahrung, ein Finisher-Shirt und eine Finisher-Medaille reicher.

 

Kaprun:

Als am darauffolgenden Tag nach dem Frühstück alles wieder eingepackt und im Auto verstaut war, wollte ich meinen letzten Ferientag unbedingt noch für ein paar Aktivitäten nutzen, welche in der Gästekarte integriert waren. Die Wettervorhersage versprach für den Tag wieder schönes Wetter und so fuhr ich nach Kaprun zur Sigmund Thun Klamm. Die 320 Meter lange und schmale Schlucht mit ihrem rauschenden Wasser war an diesem Morgen noch wenig besucht und so konnte ich trotz schwerer Beine doch ziemlich zügig durch die Klamm mit den 263 Stufen spazieren.

Zurück am Auto ging die Strasse nochmal ungefähr 5 Kilometer weiter bis zum Parkplatz Kitzsteinhorn. Auch hier fast keine Leute und ohne anstehen zu müssen stieg ich in die Gondel ein. Dem freundlichen Wetter im Tal folgte eine dicke Nebelschicht. Hatte man diese aber erst einmal durchbrochen, schwebte man über dem Nebelmeer bei fast strahlend blauem Himmel. Der ersten Gondel folgte eine zweite und eine dritte Gondel, welche einen höher und höher brachte. Wie an so vielen Orten sind auch hier die massiven Spuren des Klimawandels sehr deutlich zu erkennen - wo vor ein paar Jahren noch Gletscher war, ist heute nur noch eine krage Stein- und Geröllwüste...

Schlussendlich landet man auf 3029 Meter über dem Meer und der Ausblick war gewaltig. Selbst der Grossglockner mit seinen 3798m war am Horizont zu sehen. Nachdem ich eine Zeit lang das Panorama genossen habe, habe ich es mir am Ende natürlich nicht nehmen lassen noch mit dem Schlitten eine kleine Abfahrt zu machen - ein wirklich absolut gelungener Abschluss dieser tollen Ferien in Österreich.

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