Eigentlich war geplant am Donnerstag vor dem Wettkampf nach St. Pölten zu fahren. Da aber in dieser Schulwoche keine grossen Aufgaben für mich zu erledigen waren, konnte ich spontan schon am Pfingstsonntag nach Österreich reisen. Nach der 7-stündigen Fahrt hiess es erstmal, sich ein bisschen die Beine zu vertreten und nach was Essbarem zu suchen. Also ging es von der Ferienwohnung an der Kuefsteinstrasse direkt in Richtung Viehofner Seen und auf dem Weg zur Seedose noch schnell die 48 Stufen auf den Aussichtsturm hoch. Von dort konnte ich mir schon mal von der ersten Schwimmstrecke ein Bild von oben machen. Gut gestärkt ging es danach dann noch über die Brücke einmal um den Ratzersdorfer See herum. Somit war auch der zweite Teil der Schwimmstrecke für Sonntag schon begutachtet und als sehr schön im Gedächtnis abgespeichert.
Am Pfingstmontag wollte ich auf dem Traisen-Radweg bis nach Mariazell hoch, habe mich dann aber aufgrund der unsicheren Wettervorhersage mit Regen und Gewitter in den Bergen dagegen entschieden und bin deshalb die Wettkampf-Strecke abgefahren - allerdings in abgeänderter Form, da sich Teile der Radstrecke auf der Autobahn befinden. Also bin ich links von der Autobahn über Landstrassen und kleinere Nebenstrassen nach Herzogenburg - Weidling - Statzendorf - Paudorf - Klein-Wien nach Mautern an der Donau, um dort auf die linke nördliche Donauseite mit ihren Sehenswürdigkeiten zu wechseln.
Nach dieser schönen Radstrecke durch die Wachau, ging es dann vor Emmersdorf über die Melker Brücke, von welcher man einen ersten Blick auf das Stift Melk hatte. Nach einem kurzen Besuch des Stifts ging es nun weiter am rechten südlichen Donauufer entlang bis nach Aggsbach Dorf. Dort gab es den Abzweiger auf die anspruchsvolle Original-Wettkampf-Radstrecke nach Gansbach - Weyersdorf - Pfaffing - Obritzberg - Flinsdorf zurück nach St. Pölten.
Der Dienstag und Mittwoch viel mehr oder weniger dem Regen zum Opfer. Ich habe das Beste daraus gemacht, bin lecker Frühstücken gegangen, habe mir die schon fast obligatorische Wettkampf-Frisur schneiden lassen und bin ins Hallenbad zum Schwimmen und Sprudeln. Und während einer trockenen Phase am Mittwoch habe ich ein paar Test-Kilometer mit dem TT gemacht und mir ein bisschen die Stadt St. Pölten angeschaut.
Nach langem hin und her überlegen, bin ich am Donnerstag mit dem Rennrad dann über 60 Kilometer nach Wien gefahren. Ob es nun wirklich eine schlaue Idee war, 3 Tage vor einer Mitteldistanz noch so eine Tour zu machen, wird sich im Nachhinein rausstellen...
Schön und erlebnisreich war es aber auf jeden Fall!
Wie immer vor einer Mitteldistanz gehörte der Freitag und Samstag der Wettkampfvorbereitung:
Registrierung, Expo-Besuch, Wettkampfmaterial und Wettkampfnahrung zurecht legen, kleine Schwimm- und Radeinheit zur Muskelaktivierung, Wettkampf-Briefing, Bike-/Beutel-CheckIn, nochmal Strecken und Abläufe durchgehen und natürlich Entspannung und die Beine hoch legen.
Race-Bericht:
Am Sonntag klingelte der Wecker um 4:14 und um 5:30 war Abmarsch zur Wechselzone. Dort wurden die letzten Vorbereitungen am Rad und an den Wechselbeuteln getroffen. Gegen 6:30 ging es dann Richtung Schwimmstart. Dort angekommen gab es ein kleines Warmlaufen und Dehnen und noch einmal ein WC-Stopp bevor es in den Neopren rein ging. Beutel abgeben und auf zur Startgruppe "lila", welche den Startschuss um 7:40 hatte. Mit dem Song "it`s my life" von Bon Jovi wurden wir ins Wasser gelassen und ich hatte sofort eine positive Grundstimmung. Ich bin nicht sicher, ob mir diese unterschwellig zu einer guten Schwimmzeit verholfen hat - gefühlt hatte ich eher schwere Arme und ich tat mich vor allem im ersten See recht schwer und der 200m lange Landgang zwischen Viehofner und Ratzesdorfer See fand ich jetzt auch nicht so prickelnd. Der Wechsel aufs Rad war ganz gut. Die ersten 25 Kilometer auf der Autobahn S33 liefen auch richtig gut, obwohl die Strasse nass war. Beim ersten Anstieg nach Krustetten habe ich dann aber gemerkt, dass in meinen Beinen heute keine 100% steckten. Auch in der Abfahrt habe ich sicher Zeit liegen lassen aber bei Kurven und nassen Verhältnissen riskiere ich da einfach nichts - safety first! Wieder unten ging es auf der B33 für weitere 30 Kilometer relativ flach der Donau entlang bis nach Aggsbach Dorf. Da ich den nächsten Teil ja schon am Montag abgefahren bin, wusste ich was auf mich zukommt - was es nicht wirklich besser machte. Auf den nächsten 4-5 Kilometer ging es fast 400 Höhenmeter hoch und ich hatte das Gefühl auf der Strasse zu kleben und fast stehen zu bleiben. Die abschliessenden 20 Kilometer mit rasanter Abfahrt nach Pfaffing, nochmal einem kurzen Anstieg nach Obritzberg und der Weg zurück zur Wechselzone haben sich, bis auf die sehr kalten Füsse, wieder ganz gut angefühlt. Als das Rad in der Wechselzone an seinem Platz hing, ging es zum blauen Wechselbeutel mit den Laufsachen. Und da war er wieder, dieser kleine imaginäre Schalter im Kopf der von "Race-Modus" auf "jetzt ist auch egal" wechselte. Was soll ich sagen, der Halbmarathon lief gar nicht gut. Ich hatte viel zu wenig auf der Radstrecke getrunken und an den Verpflegungsstellen gab es nicht wie gewöhnlich "normale Cola" sondern nur "RedBull Organic Simply Cola". Also habe ich versucht mich mit Wasser, Wassermelone und meinen 2 Gels irgendwie ins Ziel zu retten.
Mit der zweitbesten AK-Schwimmzeit und als AK-5te auf die Laufstrecke zu gehen, damit kann ich sehr zufrieden sein. Und die 2 Stunden und 22 Minuten auf der Laufstrecke haben mich und meinen Schwarzwälder Dickkopf zumindest noch einmal gestärkt😉! Das Laufen und ich werden in diesem Leben sicher keine Freunde mehr - aber wie hat Bon Jovi am Morgen noch gesungen:
...It`s my life
It`s now or never
I ain`t gonna live forever
I just want to live while I`m alive
It`s my life
My heart is like the open highway
Like Frankie said, "I DID IT MY WAY"
I just want to live while I`m alive
Its my life...


































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